Praxis Dr. med. Ulrich Bohnet

Psychiatrie & Psychotherapie

Geriatrie und Suchtmedizin


Aktueller Hinweis- In unserer psychiatrischen Praxis i.d.R. KEINE Atteste für Befreiung von der Impflicht

Stand: 27.01.2022:

In unserer psychiatrischen Praxis häufen sich derzeit ganz erheblich -meist drängende- Anfragen von Personen mit dem einzigen Ziel,  ein ärztliches Attest zur "Befreiung"  von der von Bundestag und Bundesrat am 10.12.2021 beschlossenen bis spätetestens 15.03.2022 ihrem Arbeitgeber nachzuweisenden Impfung gegen Covid-19 erwirken zu wollen.  

- Es geht um die sog. "Einrichtungsbezogene Impfpflicht" im "Gesetz zur Stärkung der Impfprävention gegen Covid-19", welche folgendes zum Inhalt hat:


  • Einrichtungsbezogene Impfpflicht: Beschäftigte von beispielsweise Kliniken, Pflegeheimen, Arztpraxen und Rettungsdiensten müssen bis zum 15. März 2022 ihrem Arbeitgeber einen Nachweis über eine abgeschlossene Impfung, einen Genesenennachweis, oder ein ärztliches Attest, dass sie nicht geimpft werden können, vorlegen. Arbeitgeber haben das zuständige Gesundheitsamt zu informieren, wenn die Nachweise nicht fristgerecht vorgelegt werden oder Zweifel an der Echtheit oder Richtigkeit der vorgelegten Nachweise bestehen. Das Gesundheitsamt kann die Beschäftigung in – oder den Zutritt zu - den Einrichtungen, in den die Nachweispflicht gilt, untersagen.                         
  • Ab dem 16. März 2022 ist ohne Vorlage eines entsprechenden Nachweises keine Aufnahme der Tätigkeit in den betroffenen Einrichtungen mehr möglich.
  • Als Ausnahmetatbestand wird u.a. in der  aufgeführt:


Personen, die ein solches Attest zur Befreiung von dieser Impfpflicht in unserer Praxis wünschen, geben häufig als Gründe für ihr Begehren danach an, dass sie Angst oder sogar Panik erleben vor der Impfung selbst oder vor den den Arbeitgebern auferlegten Pflichten im Umgang mit "Nicht-Geimpften" und den daraus folgenden möglichen (arbeitsrechtlichen) Konsequenzen.

Wie so häufig, sind die individuellen Gründe für Vorbehalte/Ängste und Sorgen gegenüber medizinischen Maßnahmen, hier einer Impfung, sehr unterschiedlich und stets mehrdimensional.


Um Sie vor Enttäuschungen bei Ihrem Anliegen Ihres Zieles einer Befreiung von einer im Bund oder den Ländern beschlossenen Impfpflicht zu bewahren, seien an dieser Stelle folgenden Anmerkungen erlaubt:

1. In der medizinisch-psychiatrischen Literatur und bei sorgfältiger Betrachtung der Studienlage ist nach unserer Kenntnis bislang keine regelhaft zur Anwendung kommende Kontra-Indikation bei hier in Frage kommenden psychiatrischen Erkrankungen gegen eine von von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfung gegen das Covid-19-Virus bekannt, welche die jetzt von der Impfpflicht betroffenen Berufs-Gruppen regelhaft erfasste!

-  Es gibt aus hiesiger Kenntnis eher sehr seltene Einzelfallkonstellationen, welche basierend auf z.B. im Arzneimitteltelegramm berichteten möglichen Komplikationen eines gegen Covid-19 eingesetzten Wirkstoffes bei gleichzeitiger Anwendung eines psychiatrischen Medikamentes zur Behandlung bei Psychosen aus dem Schizophrenen Formenkreis diskutiert wurde bei entsprechender spezifischer internistischer Krankheitsvorgeschichte. Diese besonderen seltenen Konstellationen werden hier sorgfältig, ggf. in Abstimmung mit Internisten/Kardiologen unter besonderen Abwägungsgesichtspunkten erörtert und in Abstimmung mit unseren Patienten besprochen. Andere insgesamt seltene Behandlungssituationen werden ebenfalls sehr gründlich anhand der zur Verfügung stehenden Studienlage erörtert.

2. Für die Behandlung von u.a. Angstsymptomen UND  deren Bewältigung stehen wir Ihnen selbstverständlich zur Verfügung:

- Im Falle der möglichen und denkbaren Ängste VOR  eine Impfung gegen Covid-19 erötern wir gerne in der psychiatrischen Praxis ihre spezifischen Sorgen und Ängste und wollen versuchen, Ihre dahingehende Ängste anhand der uns bekannten medizinischen Datenlage zu reduzieren oder einen besseren Umgang damit zu finden, sofern Ihrerseits damit das Ziel verbunden ist, evtl. Ängste zur Erlangung einer von der Impfkommission empfohlenen Impfung (derzeit für bestimmte Berufe, s.o.) zu bewältigen und Ihre Impfung schließlich zu erhalten! Hierfür kooperieren wir gerne mit Ihren von Ihnen aufgesuchten Hausärzten oder anderen Fachärzten, um dieses Ziel zeitnah und so rasch wie möglich zu erlangen!

3. Für nicht alle Probleme gibt es medizinische Lösungen !

- Die Demut vor dieser Erkenntnis eint uns!   

- Selbstverständlich haben Einflüsse unserer Gesellschaft, unserer Arbeitswelt, unserer sozialen und existentiellen und finanziellen Rahmenbediungen immer wieder auch mitunter erheblichen Einfluß auf unsere somatische und psychische Gesundheit. 

-Die Lösung dieser mitunter "krankmachenden" Einflüsse liegt jedoch vielfach nicht im medizinischen Einflussbereich !

- Im Falle der hier angesprochenen national beschlossenen, evtl durch die entsprechenden Landesregierungen modifizierten Reglungen zur "Impfpflicht" (aktuell bei bestimmten Berufsgruppen wie auch der unsrigen selbst) obliegt aus hiesiger Sicht dem "Arbeitgeber, das zuständige Gesundheitsamt zu informieren, wenn die Nachweise nicht fristgerecht vorgelegt werden oder Zweifel an der Echtheit oder Richtigkeit der vorgelegten Nachweise bestehen. Das Gesundheitsamt kann die Beschäftigung in – oder den Zutritt zu - den Einrichtungen, in den die Nachweispflicht gilt, untersagen."-

In hiesiger Auffassung obliegt demnach den als Behörde den Regierungsbeschlüssen verpflichteten öffentlichen Gesundheitsdiensten alleinig auch, über mögliche und denkbare Gründe NACH deren gründlicher individueller Einschätzung darüber zu befinden, wann und ob Gründe gegen eine Impfpflicht bestehen sollten. 

(Anm. des Unterzeichners:  In demokratischen Prozessen, genannt Wahlen, haben mitunter auch Sie in den letzten Jahren dafür gesorgt, wie das Gesundheitswesen im Allgemeinen und das öffentliche Gesundheitswesen im Speziellen (Gesundheitsämter)  sowohl in finanzieller als auch personell-zeitlicher Hinsicht Ausstattung und Priorisierung gefunden haben.

Derzeit wird nach hiesiger Beobachtung aufgrund der Vielzahl der dort lastenden Verantwortlichkeiten nicht zu erwarten sein, dass die für evtl. Befreiung von Impfpflichten zuständigen Gesundheitsbehörden nach gründlicher und individueller Einschätzung/Untersuchung und erforderlicher Abwägung solchen Ansinnen sehr zeitnah entsprechen können). Auch hierfür gibt es leider keine  medizinisch-psychiatrisch begründbare Lösung!


Wir bitten Sie nachhaltig um Ihr Verständnis, dass unsere Praxisangestellten Sie zunächst recht knapp auf diese Seiten unserer Homepage verweisen werden. 

Bei derzeit auch sonst kaum zu bewältigenden zahlreichen, teils sehr akuten Behandlungsanfragen wäre dies im Sinne der Notleidenden und behandlungswilligen Patientinnen und Patienten sonst kaum zu bewerkstelligen.

Obwohl wir Ihr persönliches in allen Dimensionen vorgebrachtes Anliegen zur Erlangung eines solchen Attests grundsätzlich nachzuvollziehen bereit sind, ist ein solches Vorgehen leider unvermeidlich bei bereits in den letzten Tagen teils endlos erscheinenden Diskussionen (leider inzwischen auch Beschimpfungen).    

Sollten NACH Ihrem gründlichen Lesen und Verstehen der obigen Zeilen noch Fragen Ihrerseits offen sein, stehen wir selbstverständlich nach Terminvereinbarung zu Ihrer Verfügung, insbesondere dann:

-wenn mit Ihrem Anliegen ein Behandlungswunsch verbunden ist, eine psychiatrische Unterstützung zu finden, mit dem Ziel, die bei Ihnen derzeit -aus welchen Gründen auch immer- noch bestehende Angst hinsichtlich einer grundsätzlich beabsichtigten Impfung gegen Covid-19  bewältigen zu wollen

- in psychiatrischer Sicht werden in dieser Praxis derzeit regelhaft keine Empfehlungen zur letztlich dann behördlich zu entscheidenen Befreiuung von der Impfpflicht (derzeit für bestimmte Berufsgruppen) ausgestellt. Ebenso übrigens auch nicht zur "Befreiung" von einer aus unserer Sicht durchaus sinnvoll erscheinenden Maskenpflicht.

- Wir können und werden auch keine Empfehlungen abgeben, wo ggf. andernorts solche Atteste ausgestellt werden!

Aus hiesiger Sicht sind formal die Gesundheits-Behörden mit der Beurteilung der möglichen bestehenden Ausnahmetatbestände von einer behördlich verordneten Impfpflicht zu befassen. Dorthin müssen wie geschildert auch Arbeitgeber den Impfstatus eines Arbeitnehmers ab genannten Fristen melden.

In juristisch-arbeitsrechtlicher Hinsicht mögen hier aus Anschauung der Attest-ersuchenden Anfragenden viele Fragen noch nicht abschließend geklärt sein, wenn z.B. Anrufer*Innen der letzten Tage detailliert berichten, dass sie Sorgen vor existentiellen Folgen einer evtl. Arbeitgeber-seitigen Freistellung oder Kündigung befürchten, wenn sie ihrer im Gesetz verordneten Impfpflicht nicht nachkommen. Eine Freistellung oder gar Kündigung aus diesem Grund stellt für sich genommen auch keinen Grund für eine Arbeitsunfähigkeit dar!

Auch wenn wir grundsätzliches Verständnis für die daraus für Sie entstehenden Sorgen und Ängste zu entwickeln bereit sind, können wir Ihnen hierfür als Facharztpraxis leider ebenfalls keine Expertise vorweisen und verweisen Sie in diesem Zusammenhang deshalb auf mögliche Rechtsbeistände oder -Vertreter in Ihrer Region.


Mit diesen Zeilen beabsichtigen wir in gewohnt transparenter Weise, über die aus unserer Sicht bestehenden Sachverhalte aufzuklären und Sie vor einer etwaigen Terminvereinbarung vor denkbaren Enttäuschungen zu bewahren, sollten die von Ihnen eigentlich bestehenden Erwartungen im Zusammenhang mit Ihrer Kontaktaufnahme in  diesem Zusammenhang nicht erfüllt werden (können).


Stand 03.02.22: 

Offensichtlich stehen zahlreiche Beschwerden im Hinblick auf die o.g. Impflicht zur Entscheidung bei Gerichten an

Zahlreiche Verfassungs­beschwerden gegen einrichtungsbezogene Impfpflicht



Ihr Praxisteam Dr. med. U. Bohnet

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